Die NABU Ortsgruppe Markgröningen möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.
Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln. Erfahren Sie mehr über uns!
Vogelkundliche Abendexkursion Waldschnepfe in Gündelbach
Termin: Samstag, den 06.06.2025
Treffpunkt: Wanderparkplatz Wachtkopf Gündelbach
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Begleiter: Ronald Meinert
Wanderung im Stromberg bei Gündelbach mit anschließendem Grillen
Termin: Sonntag, den 07.06.2025
Treffpunkt: Wanderparkplatz Wachtkopf Gündelbach
Uhrzeit: 8:00 - 13:00 Uhr
Begleiter: Ronald Meinert
Wir laden herzlich zu einer 4-stündigen Wanderung mit anschließendem Grillen im Stromberg ein.
Vom Wanderparkplatz Wachtkopf in Gündelbach starten wir eine Rundwanderung durch den malerischen Stromberg.
Beim anschließenden Grillen auf dem Wachtkopf ab ca. 12:30 Uhr besteht die Möglichkeit die Ruhe im Stromberg zu genießen und sich auszutauschen.
Dort ist beim Grillplatz auch ein Spielplatz vorhanden; falls Familien mit Kindern erst zum Grillen dazustoßen möchten, ist dies auch kein Problem.
Bitte Verpflegung selbst mitbringen und an festes Schuhwerk denken, welches auch etwas dreckig werden darf.
Monatsrunde: Termine, Aktionen, Diskussion
Termin: Donnerstag, den 11.06..2025
Treffpunkt: Gasthaus Hermes Nebenzimmer
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ansprechpartner: Helmut Schäfer
Die Monatsrunde ist immer eine gute Gelegenheit, die Arbeit des NABU kennenzulernen, Interessierte sind herzlich eingeladen.
Der Entomologische Verein Stuttgart führt seit vielen Jahrzehnten am Rande des Rotenacker Walds im Leudelsbachtal Insektenbeobachtungen (Zählungen und Artenbestimmungen) durch. Einerseits ist die Vielfalt der Insekten sehr groß und andererseits der Artenschwund dramatisch.
Bei einer insektenkundlichen Wanderung konnte uns Herr Bartsch vom Entomologischen Verein anschaulich viele verschiedene Insekten zeigen, sowie deren Lebensweisen und Abhängigkeiten bzw. Wechselwirkungen zu den Futterpflanzen erläutern. Beeindruckend ist z.B. das Zusammenleben der Amazonen- mit den Sklavenameisen oder die Strategie der Ölkäfer, sich durch Ausscheiden eines ölähnlichen hochgiftigen Stoffes vor Fressfeinden zu schützen.
Mit Sorge beobachtet der langjährige Insektenforscher, dass die Lebensräume der Insekten immer mehr verloren gehen, z.B. durch Ausweitung der Siedlungsräume, intensive Landwirtschaft und unbedachtes Freizeitverhalten in der Natur. Und so geht oft ganz still und unbemerkt, doch in alarmierendem Maße, die wunderbare Artenvielfalt der Insekten zurück.
Feldgrille, Blauschwarzer Ölkäfer, Feuerkäfer
Fotos: Marion Herwerth
Nein! Hier wird geforscht zur Insektenvielfalt im Leudelsbachtal.
Wer aktuell durch das Leudelsbachtal wandert, dem fällt vielleicht ein großes weißes Zelt auf, das dort an einem Aussichtspunkt steht. Aus der Nähe betrachtet hat hier jedoch niemand sein Lager aufgeschlagen. Vielmehr handelt es sich um eine sogenannte „Malaisefalle“ mit der Forschende des Naturkundemuseums Stuttgart - im Auftrag der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg - die Insektenvielfalt untersuchen.
Erst durch die Anwendung dieser Methode war es Krefelder Insektenforschern möglich, das dramatische Insektensterben in Deutschland wissenschaftlich gesichert nachzuweisen und damit den Insektenschutz in der Öffentlichkeit populär zu machen. Viele kleine Insektenarten können erst im Labor bestimmt werden, was eine Konservierung in Alkohol erforderlich macht. So gelingen auch immer wieder Funde unbekannter Arten in den Proben des baden-württembergischen Insektenmonitorings. Eine davon wurde als die „Kretschmann-Wespe“ Aphanogmus kretschmanni beschrieben. Denn wie das Sprichwort sagt, kann man nur schützen, was man kennt.
Das seit 2018 durchgeführte Fluginsektenmonitoring ist Teil des von der Landesregierung Baden-Württemberg beauftragten Insektenmonitorings, das erstmals statistisch belastbare und repräsentative Daten zu den Insekten Baden-Württembergs liefert. Die Voraussetzung für den Schutz der Insekten im Land ist die genaue Kenntnis ihrer Bestände. Nur so lässt sich einschätzen, ob Maßnahmen wirken und Verbesserungen der Lebensbedingungen dieser für uns so wichtigen Gruppe erreicht werden. Dabei ist nicht zu vermeiden, auch einige Insekten zu fangen, um die erforderlichen Daten zu erhalten. Der Schutz dieser Insektenvielfalt ist auch für uns Menschen bedeutsam, da Insekten zahlreiche essentielle Funktionen im Ökosystem übernehmen, wie die Bestäubung von Nutzpflanzen, die Entsorgung von toten Tieren und Pflanzen sowie die Bekämpfung von Schädlingen. Die Malaisefalle im Leudelsbachtal fängt zwar einige Insekten, dient aber letztlich dem besseren Schutz der Gesamtbestände, denen sie nicht schadet. So entspricht die Menge der darin gefangenen Insekten lediglich der, die ein Blaumeisen-Pärchen im gleichen Zeitraum erbeutet.
Vor diesem Hintergrund ist die in letzter Zeit mehrfach erfolgte Zerstörung der Falle äußerst bedauerlich. Nicht nur wertvolle Geräte gingen dabei verloren, sondern auch viele wichtige Informationen.
Wir bitten deshalb darum, die Falle und damit das Insektenmonitoring nicht weiter zu behindern!!!
Es sind noch ein paar Plätze frei!!
Hier das geplante Programm:
8:00 Uhr Abfahrt in Markgröningen am Festplatz an der Unterriexinger Straße (Busparkplatz)
10:30 Besichtigung Naturparkzentrum
12:00 Mittagessen in der Ruhesteinschänke
13:30 Abfahrt Richtung Schliffkopf (ca. 10 Min.)
14:00-17:00 Ranger-Tour am Schliffkopf (Wanderung)
Ab ca. 17:00 Rückfahrt nach Markgröningen (Festplatz)
Eingeladen sind alle, die Lust haben, den NABU Markgröningen und die wunderbare Natur im Nationalpark kennenzulernen. Damit wir planen können, bitten wir alle Interessierten, sich spätestens bis Ende Mai bei uns zu melden.
Ansprechpartner:
Ulrike Preuß-Ruf: [email protected]; Tel. 0151/11641055
Helmut Schäfer: [email protected]; Tel. 0172 7424029
Bei trockenem jedoch recht kühlem Wetter führte Ronald Meinert die Wandergruppe von der Frauenkirche in Richtung Hummelsberg und Innere Reute. Vielfältige Vogelbeobachtungen begleiteten die ganze Wanderung. So hat z.B. ein Mäusebussard eine Maus zu seinem Horst getragen und seine Jungen damit gefüttert. Den Kuckuck haben wir nicht nur gehört, sondern auch gesehen. Den Pirol konnten wir nur hören aber nicht sehen. Auf eine vollständige Liste der Beobachtungen wollen wir hier verzichten. Bemerkenswert war jedoch, dass wir 5 Neuntöter (mittelgroße Singvögel) gesehen haben – wahrscheinlich alle in ihrem jeweiligen Brutrevier. Der Neuntöter ernährt sich hauptsächlich von Insekten, Kleinsäugern und Reptilien. Er hat die typische Angewohnheit überschüssige Beute auf Dornen oder Stacheldraht aufzuspießen um sie erst an späteren Tagen zu fressen. Daher rührt sein Name, weil er vermeintlich seine Beute mehrfach tötet.
Fotos: Neuntöter, links weiblich, rechts männlich
Marion Herwerth
Im Leudelsbachtal finden wir einige Hänge mit Magerrasen. Diese bieten Lebensraum für bedrohte und selten gewordene Pflanzenarten. Das Tal ist bekannt für die reiche Vielfalt an wilden Orchideen. Viele blühen jetzt im Mai. Auch sonst gab es einiges zu entdecken auf unserem Spaziergang am Muttertag mit Klaus Rautenstrauch durch das Leudelsbachtal und den Rotenacker Wald. Er ist ein profunder Kenner unserer heimischen Orchideenarten.
Bezaubernde Blütenvielfalt
Immer wieder konnte er die 14 Teilnehmenden überraschen und begeistern. Er kennt hier alle Standorte unserer heimischen Orchideen und findet sie, auch wenn sie noch so versteckt und auf den ersten Blick leicht zu übersehen sind. Die Vielfalt ihrer Farben und Formen ist überwältigend.
Hier nur eine kleine Auswahl:
Hummel-Ragwurz, Helm-Knabenkraut, Purpur-Knabenkraut, Weißes Waldvögelein, Bocks-Riemenzunge
Fast: "Alle Vögel sind schon da!"
Der Frühjahrsvogelzug ist fast abgeschlossen – auch die ersten Mauersegler sind gerade eingetroffen. Die ersten Vögel (Meisen, Stare, …) füttern bereist ihre Jungen. Ein guter Zeitpunkt für die vogelkundlichen Wanderung ins mittlere Leudelsbachtal und ins Gewann Vogellöcher. Neben der obligatorischen Nachtigall wurden alle vier Grasmückenarten, rastende Braunkehlchen und Steinschmätzer auf den Äckern und singende Feldlerchen gesehen und vor allem gehört werden.
An den Fischteichen hielten sich 4 Graugänse und ein Teichhuhn auf. In den Hecken am Hochbehälter sang kurz ein Wendehals und der Gartenrotschwanz konnte ausgiebig durchs Fernrohr beobachtet werden.
In Summe konnten 43 Vogelarten festgestellt werden.
Zu den blühenden Küchenschellen im Siegental
Trotz kühlen Regenwetters hatten sich sechs Interessierte eingefunden, um Klaus Rautenstrauch bei seiner botanischen Führung ins Siegental zu begleiten. Dieses romantische Tal ist bekannt für seine wilden Küchenschellen, die um diese Jahreszeit blühen. Klaus Rautenstrauch erläuterte, dass mit den Jahren die Bestände stark zurück gegangen seien, vor allem durch die Klimaerwärmung. Auch in diesem Jahr sei es in den letzten Wochen zu trocken gewesen, dennoch konnte er der Gruppe einige Exemplare präsentieren, darunter ein paar schon verblühte mit ihren interessanten Samenständen. Es gab auch schon erste blühende Orchideen zu bestaunen, die in diesem Jahr besonders klein ausfallen, ebenfalls wegen der Trockenheit; so einige Exemplare der Spinnenragwurz und ein „Zwergen“-Exemplar des Kleinen Knabenkrauts. Grundsätzlich blühen auf den mageren Heiden des Siegentals im Frühjahr eher Winzlinge wie die Frühlings-Segge, das Frühlings-Hungerkraut oder das stängelumfassende Hellerkraut. Da gilt es schon ganz genau hinzuschauen. Gelbe Farbtupfer setzen zurzeit das Frühlings-Fingerkraut und die Zypressen- Wolfsmilch.
Die Tour endete nach zweieinhalb Stunden mit etwas durchnässten, aber zufriedenen Teilnehmenden.
Pflanzenfotos: Blühende und verblühte Küchenschelle, Spinnen-Ragwurz, Kleines Knabenkraut, Frühlings-Fingerkraut, Zypressen-Wolfsmilch
Frösche, Kröten und auch die Feuersalamander, die im Landkreis Ludwigsburg eine Besonderheit sind, beginnen in diesen Wochen zu wandern von den Winterquartieren zu ihren Laichplätzen. Hauptsächlich bei feuchtem Wetter und bei Temperaturen ab 6° sind sie unterwegs (aktuelle Zahlen s.u.). Dabei sind die ohnehin selten gewordenen Tiere extrem gefährdet, bei der Überquerung von Straßen überfahren zu werden.
Das Landratsamt Ludwigsburg hat zum Schutz der Feuersalamander in Markgröningen die Straße zwischen Unterer Mühle und Talhausen von 20:00 Uhr abends bis 6:00 Uhr morgens gesperrt. Bevor die Schranken wieder geöffnet werden, ist es wichtig, Tiere aufzusammeln, die noch auf der Straße unterwegs sind und sie in Marschrichtung auf der anderen Straßenseite wieder abzusetzen. Ehrenamtliche Helfer des NABU Markgröningen kontrollieren jeden Morgen die betroffenen Streckenabschnitte. Wir suchen dringend weitere StreckenbetreuerInnen.
Interessierte können sich melden bei Herrn Schäfer, Tel. 07145-7614 oder [email protected]
Ergebnisse einer Amphibienzählung
bei Dauerregen in der Nacht 11.12.2026 im Glemstal/Talhausen und am Klingenweg:
72 Feuersalamander
14 Bergmolche
14 Erdkröte
6 Grasfrösche
Trotz Regen, Kälte und früher Uhrzeit folgte eine kleine, interessierte Gruppe unserem Vogelkundler Ronald Meinert bei seiner ornithologischen Wanderung im Rotenacker Wald. Es wurden zahlreiche Arten gesehen und gehört. Die genauen Vogelarten und Zahlen finden Sie hier. Das frühe Aufstehen hatte sich also gelohnt, die Gruppe war begeistert. Danke an Ronald Meinert für die fachkundige Führung!
Eichelhäher, Schwarzspecht, Mittelspecht
Danke für die Vogel-Fotos an Marion Herwerth
Gemütlich war es nicht bei Kälte, Regen und Wind, aber das tat der Motivation und der guten Stimmung der vielen engagierten Helferinnen und Helfer keinen Abbruch.
Auch wir vom NABU Markgröningen waren dabei. Es macht uns immer wieder fassungslos, wieviele Menschen achtlos ihren Müll zum Autofenster rauswerfen oder in der Natur entsorgen. Eigentlich hat doch jede/r schon gehört, dass Plastikmüll nicht verrottet, sondern zu Mikroplastik zerfällt, das wir dann über die Nahrungskette wieder aufnehmen. Und Zigarettenkippen enthalten bis zu 4000 schädliche Stoffe. Deswegen ist das Wegwerfen einer Kippe auch bei Strafe verboten.
Man möchte den wilden Müllentsorgern zurufen: Mensch Leute, denkt doch mal ein paar Meter über eure Bequemlichkeit hinaus !!!
Gut besucht war die letzte Monatsrunde mit Jahresabschlussfeier des Markgröninger NABU Markgröningen.
Zunächst wurden die aktuellen Tagesordnungspunkte abgearbeitet. Einen spannenden Austausch gab es zum Thema Windkraft. Die Regionalversammlung hatte kurz zuvor beschlossen, dass das Windkraftvorranggebiet LB 08 ausgewiesen wird. Das bedeutet, dass die Bebauung des Regenpfeiferackers bei Hemmingen mit Windkraftanlagen wahrscheinlicher wird. Der NABU hatte sich engagiert dagegen, weil das Areal ein wichtiger Rastplatz für Zugvögel ist. In der angeregten Diskussion spiegelte sich der Zielkonflikt zwischen Klimaschutz und Naturschutz.
Anschließend zeigte ein Video mit Jahresrückblick eindrucksvoll, wieviele Arbeitseinsätze, Führungen und Veranstaltungen die Aktiven des NABU Markgröningen im Jahr 2025 durchgeführt haben. Mit einem Glas Markgröninger Honig bedankte sich NABU-Sprecher Helmut Schäfer bei allen, die sich in diesem Jahr für den Naturschutz in Markgröningen engagiert haben. Bei selbstgebackenen Plätzchen und angeregten Gesprächen klang der Abend gemütlich aus.
Gemeinsame Pressemitteilung von NABU und BUND Baden-Württemberg
28.11.2025
Europaweit bedeutender Rastplatz für Zugvögel darf nicht verbaut werden
Stuttgart – Der Regenpfeiferacker bei Hemmingen ist einer der wichtigsten Rastplätze für Zugvögel in Baden-Württemberg – und von landesweiter Bedeutung für zahlreiche gefährdete Arten wie zum Beispiel den Mornellregenpfeifer. Trotzdem ist das Gebiet im aktuellen Entwurf der Teil-Regionalplanung des Verbands Region Stuttgart als Vorrangfläche für Windkraft (LB-08) vorgesehen.
Am 3. Dezember soll die Regionalversammlung die Satzung über die Teilfortschreibung des Regionalplans zur Festlegung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen beschließen. Vor diesem Hintergrund wenden sich die Naturschutzverbände zusammen mit ihren Gruppen aus der Region gemeinsam gegen diese Planung und fordern, den Regenpfeiferacker aus der Windkraftkulisse herauszunehmen.
Den vollständigen Text der Pressemitteilung finden Sie hier.
Eine kleine, feine Gruppe nahm teil an der Taschenlampen-Führung durchs Naturkundemuseum Schloss Rosenstein mit unserer Biologin und langjährigen Mitarbeiterin im Museum, Ewa Paliocha. Ein bisschen unheimlich war es zunächst, durch das dunkle Museum zu gehen, aber im Schein der Taschenlampen tauchten so viele besondere Tiere aus der ganzen Welt auf, dass keine Zeit blieb zum Gruseln. Wir entdeckten das winzigste und das größte Säugetier der Erde, allerlei bunte Vögel und Schmetterlinge, gefährliche Schlangen und Raubtiere. Wir lernten auch einiges über das Museum, nämlich z.B., dass die Tiere dort nicht einfach "ausgestopft" sondern sehr kunstvoll präpariert sind.
Vielen Dank an Ewa Paliocha für die spannende, lehrreiche und kindgerechte Führung!
Am Samstag Vormittag luden alle benachbarten NABU-Gruppen zu einem Vor-Ort-Termin auf dem Regenpfeiferacker zwischen Hemmingen und Schwieberdingen ein.
Obwohl die baden-württembergischen Naturschutzverbände, das Landratsamt Ludwigsburg und das Regierungspräsidium Stuttgart den Regenpfeiferacker ausdrücklich als ungeeignet für Windkraftanlagen befunden haben, ist die Fläche immer noch als Windkraft-Vorranggebiet (LB08) ausgewiesen. Die Regionalversammlung Stuttgart wird am 3. Dezember über das Schicksal des Regenpfeiferackers entscheiden.
Fachkundige NABU-Vertreter wie Thomas Gölzer (Schwieberdingen-Hemmingen) und Johannes Völlm (Korntal-Münchingen) informierten über die guten Gründe, warum hier auf keinen Fall Windkraftanlagen gebaut werden sollten. Die Fläche liegt an einer wichtigen Vogelzuglinie und bietet durch ihre tundraähnlichen Strukturen gute Rastmöglichkeiten für viele, auch bedrohte Vögel. Ganz besonders überlebenswichtig ist der Acker für den Mornellregenpfeifer, der vertikale Strukturen wie Bäume und eben Windräder meidet. Für ihn gibt es inzwischen auf seiner Reise in den Süden nur noch ganz wenige geeignete Rastplätze.
Etwa 40 Interessierte haben sich der Einladung angeschlossen, darunter die Regionalräte der Grünen, Angela Brüx und Leo Buchholz. Beide setzen sich für den Schutz der Fläche ein. Auch der grüne Landtagsabgeordnete, Markus Rösler, plädierte bei der Veranstaltung leidenschaftlich dafür, diese Fläche aus der Windkraft-Vorrangplanung herauszunehmen.
Wir danken allen, die zu dieser interessanten Informationsveranstaltung beigetragen haben und sich für den Schutz des Regenpfeiferackers stark gemacht haben! Wir danken auch der Ludwigsburger Kreiszeitung und der Vaihinger Kreiszeitung für ihre ausführliche und fundierte Berichterstattung.
Breites Bündnis für den Schutz des Regenpfeiferackers:
Die Sprecher von 8 NABU-Gruppen, interessierte Anwohner, der Grüne Landtagsabgeordnete Markus Rösler und die Grünen Regionalräte Angela Brüx und Leo Buchholz machten sich stark für die Streichung des Regenpfeiferackers aus der Vorrangplanung für Windkraftanlagen.
Bei den Klima.Länd.Tagen am 20. September in Vaihingen ging es unter anderem um den naturverträglichen Ausbau von Windenergie. Das Gebiet Regenpfeiferacker bei Hemmingen ist ein wichtiges Rastgebiet auch für seltene Zugvogelarten. Trotzdem ist diese Fläche als Windkraft-Vorrangfläche vorgesehen. Weil Windräder dieses Gebiet als Rastplatz z.B. für den seltenen Mornellregenpfeifer unbrauchbar machen würden, setzen sich die NABU-Gruppen rund um den Regenpfeiferacker für dessen Schutz ein (s. Artikel unten). Wir haben die Veranstaltung in Vaihingen genutzt, um unser Anliegen sichtbar und hörbar zu machen. Wir befürworten die Nutzung von Windenergie grundsätzlich, appellieren aber an alle Beteiligten der Vorrang-Planungen des Verbandes Region Stuttgart, das Gebiet rund um den Regenpfeiferacker aus der Vorrangplanung herauszunehmen.
Vortragsabend "Diebstahl, Mord und Trickbetrug in der Natur"
Termin: Mittwoch, den 17.09.2025
Treffpunkt: Katholischer Gemeindesaal im Spital 1
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Referentin: Farina Graßmann
True Crime in Nature. Diebstahl, Mord und Trickbetrug… eine Reise in die Unterwelt der heimischen Natur
“True Crime” ist längst nicht nur der Stoff, aus dem Serien und Podcasts gemacht sind. Um uns herum werden pausenlos Verbrechen begangen - es genügt, einen Schritt in den Garten oder einen Spaziergang durch den Wald zu machen. Die dort lebenden Tiere (und Pflanzen!) nehmen es mühelos mit den menschlichen Kriminalfällen auf.
Überlebens- und Fortpflanzungsstrategien in der Natur sind das Ergebnis evolutionärer Anpassung. Somit sind die Beteiligten nicht wirklich Verbrecher. Doch mit ihrem Einfallsreichtum bringen sie uns zum Staunen und jagen uns mit ihren makabren Taten einen Schauer über den Rücken. Bei der Veranstaltung ermitteln wir im Fall raffinierter Täuschungsmanöver, hinterlistiger Fallen und dreister Diebe und klären auf, welche Strategien dahinterstecken. Wir begegnen schwindelnden Schmetterlingen und jagenden Pflanzen, kommen Tätern auf die Spur, die ihre Verbrechen verschleiern, und Opfern, die sich zu ihren schlimmsten Feinden hingezogen fühlen.
Über die Referentin
Farina Graßmann arbeitet als Naturfotografin, Autorin und Referentin für Naturschutzthemen. Die kleinen und großen Geschichten aus der Natur zu erzählen und damit für sie zu begeistern, ist der Antrieb für ihre Arbeit. Dabei steht der Schutz der Natur und ihrer Bewohner für sie im Mittelpunkt. In ihren Büchern “True Crime in Nature” sowie “Wunderwelt Moor”, “Wunderwelt Totholz“ und “Wunderwelt heimische Amphibien“ spiegelt sich die Vielfalt wider, die ihre Arbeit ausmacht.
Gerne gibt sie bei den Vorträgen die Möglichkeit, die Bücher zu kaufen und signieren zu lassen.
Das Gebiet „Regenpfeifer Acker“ bei Hemmingen hat eine überragende Bedeutung für den Naturschutz in der Region. Und weit darüber hinaus für die Erhaltung bedrohter nordeuropäischer Zugvogelarten, die das Gebiet auf ihrem weiten Zug nach Süden und zurück als Rastplatz nutzen.
Die Windkraft-Vorrangplanungen des Verbands Region Stuttgart (VRS) sind in der zweiten und finalen Runde und sehen vor, Windkraftanlagen auch auf dem einmaligen Gebiet des Regenpfeifer Ackers (LB-08) zu errichten.
Die sechs (6) NABU-Gruppen rund um den Regenpfeifer Acker haben sich zusammengeschlossen, um den Erhalt des Regenpfeifer Ackers als europäischen Zugvogelrastplatz zu sichern.
Es ist bekannt und wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Mornellregenpfeifer Vertikalstrukturen, also Masten aller Art, auf seinen Routen großräumig meidet. Die wertvollen Rastplätze wären verloren.
Es würden über 40 Zugvogelarten bedroht, allen voran der Mornellregenpfeifer. Der Mornellregenpfeifer wird seit 2011 in seiner Rast auf dem Gebiet des Regenpfeifer Ackers systematisch beobachtet. Seine Bewegungen werden durch nahezu lückenlose Beobachtung registriert in hoher Zahl.
Durch die Fachagentur Wind und Solar werden die NoGo´s der Windkraftplanung länderspezifisch im Netz dargestellt. Für Bayern werden Rastplätze des streng geschützten Mornellregenpfeifers explizit als Windkraftstandort ausgeschlossen! Das muss dem Planer für LB-08, der Fa. Uhl, entgangen sein. Nur so ist zu erklären, warum ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten den Mornellregenpfeifer vergessen hat. Den Vogel, der der Namensgeber für den Regenpfeifer Acker war!
Schutzregeln für die Rastplätze im Wattenmeer der Nordsee sollten nicht minder für die Vogelzugrouten innerhalb Europas gelten.
Wie sagte ein besorgter Naturschützer in diesen Tagen: „Wenn Windkraftanlagen auf dem Regenpfeifer Acker installiert werden, dann können wir Naturschutz zukünftig ganz vergessen.“
Der NABU befürwortet grundsätzlich den Ausbau der Windenergiegewinnung, setzt sich aber mit aller Kraft dafür ein, dass dieser naturverträglich erfolgt. Unser Appell ergeht an alle Beteiligten der Vorrangplanungen des Verbands Region Stuttgart, mit der Bebauung des Regenpfeifer Ackers hier nicht auf den letzten Metern einen irreversiblen Schaden entstehen zu lassen. Regenpfeifer & Co. müssen geschützt werden!
Vogelbeobachtung auf dem Regenpfeiferacker Mornellregenpfeifer
Fledermausbeobachtung in Markgröningen mit Ewa Paliocha
Erst wenn die Sonne untergeht, wachen die fliegenden Nachtgeister auf und schwirren in die Nacht hinaus. Dies konnte die Gruppe von etwa 20 neugierigen Fledermausfreunden am letzten Samstagabend live in Markgröningen erleben.
Ewa Paliocha, Mitglied beim NABU Markgröningen und der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg e.V. (AGF), führte die vielen Interessierten anhand von Schaubildern, Fotos und mitgebrachten Präparaten in das Leben der Fledermäuse ein. Danach bekam jede/r Besucher/in einen Detektor, mit dessen Hilfe die von den Fledermäusen ausgesendeten Schallwellen hörbar gemacht werden können. Fledermäuse sind Nachtjäger und orientieren sich nachts nicht nur mit den Augen, sondern senden Schallwellen aus, deren Reflexionen von Gegenständen sie mit ihren Ohren wahrnehmen und in ein räumliches Bild umwandeln. Mit den Detektoren ausgerüstet ging es durch die Altstadt hinauf zum Festplatz.
Fledermäuse sind außergewöhnliche Säugetiere mit einer Reihe spezieller Anpassungen. Sie nutzen die Nacht, um satt zu werden. Den Tag verbringen sie meist schlafend in ihren Quartieren. Auch in Markgröningen leben sie als heimliche Untermieter in unseren Häusern und Bäumen. Für die Gemarkung Markgröningen wurden in der Vergangenheit neun unterschiedliche Fledermausarten nachgewiesen. Drei davon konnten wir während der Exkursion mit Hilfe der Detektoren erfassen. Ein Großer Abendsegler flog weit oben über den Festplatz hinweg, seine Rufe verrieten, dass er auf der Durchreise war. Mehrere Zwergfledermäuse und eine Breitflügelfledermaus ließen sich aber bei der Insektenjagd beobachten. Bei Einbruch der Dunkelheit, verrieten nur noch die Klänge aus den Detektoren, dass die Zwergfledermäuse weiterhin fleißig entlang der Baumkronen gejagt haben.
Auf das Graue Langohr warteten wir allerdings vergeblich, wissen aber, dass es in größeren Dachstühlen der Fachwerkhäuser und auch in der Bartholomäuskirche heimisch ist. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass Markgröningen der vom Aussterben bedrohten Art noch ein Zuhause bietet. Zum Lebensraum der Fledermäuse gehören aber nicht nur sichere Quartiere, sondern auch insektenreiche Jagdgebiete. Auch diese finden sich bei uns in den umliegenden Streuobstwiesen, den Waldsäumen und den Flusstälern der Enz, der Glems und des Leudelsbachs.
Wussten Sie, dass Fledermäuse ein Drittel ihres Körpergewichts pro Nacht als Nahrung brauchen um zu überleben? Berechnungen haben ergeben, dass eine Zwergfledermaus mit 6 g Körpergewicht etwa 500 Insekten pro Nacht braucht.
Zum Abschluss des Abends ging Ewa Paliocha noch auf den Lebenszyklus der Fledermäuse ein. Sie erläuterte anhand eines Jahreskreises die verschiedenen Phasen von der Begattung über die Entwicklung der Embryos bis zur Wochenstube, in der die frisch geborenen Jungtiere bei den Müttern leben und dort gesäugt werden. Die Männchen haben dabei nichts verloren. Erst wenn die Jungtiere flügge werden, suchen Männchen und Weibchen gemeinsame Orte auf um für die nächste Fledermausgeneration zu sorgen. Für den Winterschlaf suchen alle Fledermäuse geeignete Winterquartiere auf, dafür fliegen die meisten heimischen Arten auf die Schwäbische Alb.
Vielen Dank an Ewa Paliocha für diesen sehr informativen und kurzweiligen Abend.
Foto: Ewa Paliocha, Zwergfledermaus
In der letzten Woche haben 13 begeisterte Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Ferienbetreuung mit Unterstützung durch den NABU Nisthilfen für Vögel gebaut. Zuerst wurde das Wissen vermittelt, wie die einzelnen Teile der Bausätze zusammengehören, damit am Ende ein Nistkasten daraus wird. Mit Eifer haben die Schüler dabei den Einsatz von Akkuschraubern geübt. Teilweise mussten auch Löcher für Schrauben vorgebohrt werden. Die verwendeten Bausätze hat der NABU zuvor bei der Justizvollzugsanstalt Heimsheim erworben. Die fertigen Nistkästen haben die Aufschrift EI -ZELLE. Diese konnten die Schülerinnen und Schüler mitnehmen und daheim aufhängen – oder an Freunde verschenken.
In der letzten Schulwoche haben 14 begeisterte Schülerinnen und Schüler mit Betreuung durch den NABU Nisthilfen und Futtersilos für die Winterfütterung von Vögeln gebaut. Die Arbeitsergebnisse sind teilweise auf dem Realschulfest verkauft worden. Drei Wasseramsel Nisthilfen werden vom NABU verwendet, um diesen hier sehr seltenen Vogel leichtere Brutmöglichkeiten zu bieten.
Am letzten Projekttag ging es zu einer naturkundlichen Wanderung in das Glemstal. Der NABU-Vogelwart Ronald Meinert und NABU-Sprecher Helmut Schäfer konnten den Schülerinnen und Schülern viele Interessante Dinge zeigen:
In kleinen Teichen waren einige Gelbbauchunken. In der Nähe dieser Teiche waren etliche Schmetterlinge zu sehen: Schachbrettfalter, Tagpfauenauge, Kohlweißlinge, Bläulinge, den Russischen Bären, einen Schillerfalter, eine schwarz-weiß-braune Sommerform des Landkärtchens (sehr schön) sowie ein Kaisermantel.
Auch ornithologische Highlights waren zu sehen: ein Pärchen Wespenbussarde sowie Rot- und Schwarzmilane. Sogar Wasseramseln zeigten sich kurz, bevor sie, aufgeschreckt von der munteren Kindergruppe, davonflogen.
Die Kolleginnen und Kollegen vom NABU Schwieberdingen-Hemmingen hatten im Laufe der 2.Juliwoche zwei Obstbaumwiesen (auf Schwieberdinger und Markgröninger Markung) gemäht. Wir haben die Wiese auf Markgröninger Seite abgerecht, um zu verhindern, dass die Wiese durch den Nährstoffeintrag des Grases zu fett wird. Denn fette Wiesen entwickeln nicht so große Artenvielfalt wie magere Wiesen. Zudem kommt mehr Licht in den Boden, was die schon seit vielen Jahren im Boden schlummernden Pflanzensamen aktiviert. Man spricht In solchen Fällen von „Archäophyten“ (uralte Pflanzen). So bringt das Abrechen des gemähten Grases auf Dauer mehr Artenvielfalt der Pflanzen sowie in der Folge der Insekten, die auf bestimmte Pflanzen als Wirtspflanzen angewiesen sind. – Die NABU-Gruppen wollen in den nächsten Jahren diesen Grundsatz selbst auf die Probe stellen, indem wir bestimmte Flächen öfter mähen und abrechen und andere länger stehen lassen und nach der Mahd nicht abräumen. Mal sehen, wie sich die beiden Streuobst-Wiesenteile zukünftig entwickeln. Wir sind gespannt. – Probieren Sie es selbst mal auf Ihrer Wiese. Da genügen schon ein, zwei Ar, um den Unterschied zu testen. Nach fünf bis sieben Jahren müssten Sie schon deutliche Unterschiede sehen.
Deutlicher Vorher-Nachher-Effekt!
Naturschützer kritisieren Entscheidung des Regionalverbandes für Windkraft als unwissenschaftlich und naturschutzfachlich verheerend
Ein breites Bündnis von sechs NABU-Gruppen im Umfeld von Hemmingen hat sich in einem Schreiben an den Regionalverband und die Regionalverbandsfraktionen gewendet.
Ihr besonderes Augenmerk: Der sogenannte "Regenpfeiferacker" bei Hemmingen. Dieser besitzt nach Angaben der NABU-Gruppen aus Schwieberdingen-Hemmingen, Korntal-Münchingen, Ditzingen, Markgröningen, Sachsenheim und Vaihingen nicht nur herausragende Bedeutung für den ganzen Kreis Ludwigsburg und die gesamte Region Stuttgart, sondern sogar über Baden-Württemberg hinaus.
"Wir setzen uns an vielen Orten für eine möglichst schnelle Umsetzung der Energiewende ein. Dazu gehören ohne Frage auch Windräder, auch im Kreis Ludwigsburg. Wir haben uns daher im Kreis Ludwigsburg nach den vorgelegten Planungen auf einen einzigen inakzeptablen Standort konzentriert: Denn seit über zehn Jahren besteht bei Hemmingen eine professionell betriebene Zug- und Rastvogelbeobachtungsstation. Auf den Ackerflächen gerade auf Hemminger, aber auch auf Schwieberdinger und Eberdinger Gemarkung rasten Tausende seltener Vögel auf ihrem Weg von Skandinavien und Norddeutschland nach Südeuropa und Afrika", betont Dr. Thomas Gölzer, Sprecher des NABU Schwieberdingen Hemmingen.
Für die gefährdeten Goldregenpfeifer, Kiebitzregenpfeifer und Mornellregenpfeifer sowie zahlreiche weitere teils windkraftsensible oder vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie Bekassine, Braunkehlchen, Raubwürger stellen die Ackerflächen zwischen Hemmingen, Schwieberdingen und Eberdingen nach Angaben der Vogelexperten des NABU einen besonders bedeutsamen Trittstein und Lebensraum dar. Sie benötigen solche offenen meist oben auf Kuppen liegenden baum- und strauchfreien Heckenflächen, um ihre oft viele Tausend Kilometer langen Zugwege meistern zu können.
"Dem Regionalverband lagen umfangreiche Informationen zu diesem weit überregional bedeutsamen Rastvogelplatz vor. Auch die staatlichen Naturschutzbehörden haben in großer Deutlichkeit in ihren Stellungnahmen darauf hingewiesen, dass dieser Standort als Windvorrangfläche nicht geeignet sei. All dies hat der Regionalverband ignoriert. Das ist unwissenschaftlich, naturschutzfachlich verheerend und ignoriert bedauerlicherweise zum jetzigen Stand ganz grundlegende Abwägungsgrundsätze zwischen Klimaschutz und Artenschutz. Wir fordern den Regionalverband daher im Rahmen der jetzt laufenden zweiten Offenlegung auf, nicht nur wie erfolgt, die Flächen auf Schwieberdinger Gemarkung, sondern gerade die Flächen auch auf Hemminger Gemarkung als Windvorranggebiet zu streichen.“
Die sechs NABU-Gruppen mit nach eigenen Angaben über 1.800 Mitgliedern weisen darüber hinaus noch auf eine aus Artenschutzsicht hochproblematische Änderung der Regionalverbandsplanungen hin: "Entgegen der früheren Planung sind Windvorrangflächen verschoben worden - weg von Flächen östlich Schwieberdingens, die wir aus Naturschutzsicht mit etwas Bauchgrimmen mittragen können hin zu Flächen nördlich von Münchingen. Diese Änderung bei den Planungen trifft eine zweite Fläche mit enorm hoher Bedeutung für Rastvögel weit über die Region Stuttgart hinaus", so Johannes Völlm vom Sprecherteam des NABU Korntal-Münchingen und seit über 50 Jahren selbst ornithologisch aktiv. "Denn genau diese Flächen zwischen der B10-Ausgleichsmaßnahme Aischbach im Süden und der Stromtrasse stellen mit ihren Brutvorkommen des Rebhuhnes, das in den letzten Jahrzehnten EU-weit um über 90 Prozent zurückging und in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht ist, einen bedeutenden Brutvogelplatz dar. Und zugleich sind genau diese Fläche ebenfalls hoch bedeutend als Rastplatz für jährlich allein mehrere hundert Kiebitze, aber auch für Goldregenpfeifer, Kornweihen und zahlreiche weitere Vogelarten.
Die Flächen nördlich von Münchingen stellen daher den ornithologisch sensibelsten Ort des gesamten Langen Feldes dar. Wir fordern den Regionalverband daher auf, die Windkraftplanungen zwar weiter zu verfolgen, dies aber auf den näher an Schwieberdingen und den dortigen Stromabnehmern viel näher liegenden Flächen", so Völlm.
Jochen Völlm und Ronald Meinert beim Birdwatching auf dem Regenpfeiferacker im Herbst 2024
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